shared responsibility approach
systemisch handeln gegen mobbing
 

Mobbing und Mediation

Mobbing ist nach unserer Erfahrung kein Fall für Mediation.

 

Das hat insbesondere zwei Gründe:

 

  • Machtungleichgewicht

Spezifisch für Mobbing-Situationen ist ein sich dynamisch entwickelndes, zunehmendes Machtungleichgewicht. Das Ungleichgewicht macht eine autonome aktive Beteiligung der Mobbing-Betroffenen im Rahmen der Mediation wenig wahrscheinlich und insbesondere auch deshalb, weil jede Äußerung aus ihrer Sicht mit dem Risiko verknüpft ist, diese könnte zur weiteren Verschlimmerung der Situation beitragen.

 

Der entscheidende Unterschied zu anderen Konflikten mit unterschiedlichen Machtpositionen der Beteiligten (Vorgesetzte – MitarbeiterIn) ist, dass auf der einen Seite auf hierarchische Machtmittel bewusst verzichtet wird und auf der anderen Seite ohne größere Befürchtungen vor Nachteilen, die eigenen Interessen in die Mediation eingebracht werden können.

 

  • Systemischer Kontext

Mobbing ist kein Konflikt zwischen zwei Personen, die auf Augenhöhe ihre unterschiedlichen Interessen streitig austragen können. Mobbing stabilisiert sich, weil neben der von Mobbing betroffenen Person und den HauptakteurInnen viele andere Personen auf unterschiedliche Weise mitwirken: indem sie mitmachen, zuschauen, schweigen und dulden, oder weil sie selbst nicht über wirksame Handlungsstrategien verfügen, den Prozess des Mobbings zu stoppen.

 

 

        

Weil die Mobbing-Dynamik nicht darauf gerichtet ist,

  • einen Konflikt offen auszutragen,
  • vielfach auch ein Konflikt gar nicht Auslöser für die Mobbing-Aktionen ist,
  • die Aktionen verdeckt erfolgen
  • und schwer als absichtsvoll schädigend belegbar sind,

kann Mediation – abgesehen von „unbewusstem Mobbing“ -schwer zur Auflösung beitragen.

Vor diesem Hintergrund macht es Sinn, eine Intervention einzusetzen, die die Chance bietet, im ersten Schritt das Mobbing zu stoppen und soweit notwendig, im Anschluss an die Intervention sichtbar werdende personale oder organisationale Konfliktlagen mit Mediation oder anderen Verfahren zu bearbeiten.